Archiv für Februar 2012

demonstration für den erhalt des schokoladens

Trotz Waffenstillstand findet die Demonstration für den Erhalt des Schokoladens am Vorabend der geplanten Räumung statt:

Die wieder aufgenommen Verhandlungen sind natürlich ein Grund zum Feiern, aber Entwarnung kann es erst geben, wenn der Schokoladen gesichert ist. Zudem ist es wichtig den Schokoladen weiter zu unterstützen. „Erst durch den öffentlichen Druck waren die Beteiligten bereit, sich überhaupt wieder an den Verhandlungstisch zu setzen“, so Leitermann. „Wir halten darum an den Demonstrationen fest. Denn diese Demonstration war von Beginn an als
breiter Protest gegen Gentrifizierung und für den Erhalt alternativer Kulturprojekte geplant“, sagte Frank Leitermann, Sprecher des Bündnisses. „Es geht nicht nur um den Schokoladen. Alternative Projekte wie die KvU – Kirche von Unten – sind aktuell ebenso bedroht wie Hausprojekte – etwa die Linienstraße 206.“ Die Demonstration richtet sich auch gegen die Ökonomisierung aller Lebensbereiche und den Verwertungsdruck auf Kulturprojekte.

schokoladen verteidigen

Schokoladen verteidigen! – Gemeint sind wir alle!

“Wir reden nur noch über Wochen, nicht mehr über Monate” erwiderte Markus Friedrich, seines Zeichens „Eigentümer“ der Ackerstr. 169/170, Ende Januar 2012 gegenüber der TAZ (1), auf die Nachfrage wann der Gerichtsvollzieher die letzte Frist für die Gewerberäume der Ackerstraße aussprechen könne. Dem Schokoladen, eines der ältesten Kultur-Projekte in Berlin-Mitte droht damit das Aus.

Ackerstr. 169/170

Nach dem Fall der Mauer standen viele Häuser in Ostberlin leer. Besetzer_innen aus West und Ost nutzten die Gunst der Stunde und das vorherrschende Machtvakuum um ganze Straßenzüge zu besetzen. Die Devise „Nehmt euch, was euch eh gehört!“, gepaar mit der nötigen Dreistigkeit und Cleverness siegten. Und so wandelten sich weite Teile Prenzlauer Bergs und Mittes im Laufe der 1990er Jahre in ein Eldorado aus „illegalen Kneipen“, besetzten Häusern, Info-, Buchläden, Clubs uvm. Wie manch anderes Projekt in der Gegend konnte auch der Schokoladen den Umstrukturierungen der späteren 90iger Jahre trotzen. Seit mehr als 22 Jahren bietet der Schokoladen Raum für Kulturveranstaltungen und Soli-Partys und schafft für internationale Künstler_innen, vor allem für kleinere Bands, eine Plattform. Der Laden ist selbstorganisiert und kümmert sich um die Instandsetzung des Hauses und andere Belange selbst.

Da der Schokoladen auch andere Projekte wie der „Club der polnischen Versager“, das TiSCH Theater, ein Tonstudio sowie etliche Atelier- und Proberäume beherbergt, würde die Räumung des Schokoladens nicht nur eine über Jahre gewachsene Alternativ-Kultur dem Erdboden gleich machen, sondern für viele Menschen auch den Verlust persönlicher Bindungen, des zweiten Wohnzimmers und eines wichtigen, unkommerziellen Mikrokosmos bedeuten. Die immer krassere Durchökonomisierung unseres sozialen Lebensalltags macht Orte, die bezahlbare Kulturangebote ermöglichen oder wo wir mit Leuten quatschen können, anstatt isoliert in der Wohnung zu versauern, immer wichtiger. Der Schokoladen ist für viele Menschen so ein Ort.

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AKTIONSWOCHE GEGEN DIE RÄUMUNG DES SCHOKOLADENS.

Sa. 18. Feb. | Demo am Nachmittag (Infos folgen)

Tip für den Vormittag: Rassisten-Kundegbung in Berlin stören: 10.00 Uhr, Antonplatz, Weißensee. Infos hier
Ausgehtip für den Abend: 24 Stunden Fest im Schokoladen

Sa. 18. Feb. | 24 Stunden Fest
natürlich im Schokoladen

Mo. 20. Feb. | Vollversammlung
19.00 Uhr, Schokoladen

Di. 21. Feb. | Vorabend-demo: Schokoladen verteidigen!
17.30 Uhr, Klub der Republik; U-Bhf. Eberswalder Str.

Mi. 22. Feb. | Schokoladen-Räumung verhindern!
08.00 Uhr, Aktionen im Großraum Torstraße / Rosenthaler Platz.

Wenn Räumung, dann…

…macht Aktionen in eurem Viertel, in eurer Stadt und kommt nach Berlin::

Sa. 25. Feb. | Bundesweite Demo nach der Räumung. Für alternative
Freiräume, gegen den Ausverkauf Berlins!