Eigentümer erzwingen Schlüssel des Hausprojekts Linie206 in Berlin-Mitte


Heute morgen am 18.10.2012 fand die Übergabe des Hausschlüssels zum Wohnprojekt „Linie 206″ an einen der neuen Eigentümer, Bernd-Ulrich Lippert statt.

Diese hatten mehrfach unter Androhung juristischer Schritte einen Schlüssel zum Haus verlangt. Damit besitzt er nun uneingeschränkten Zugang zum privaten Wohnraum der HausbewohnerInnen.
Seit dem Abschluss von Mietverträgen Anfang der 90er Jahre und der damit verbundenen Legalisierung des ehemals besetzten Hauses bietet das Haus „Linienstraße 206″ einem alternativen Wohnprojekt Raum. Die mindestens seit Beginn der Vermietung bestehende Wohnstruktur erlaubt nur eine gemeinschaftliche Nutzung des Wohnraums. „Wenn ich morgens aus meinem Zimmer in die Küche oder ins Bad will, möchte ich doch nicht den unangemeldeten Vermietern oder irgendwelchen Bauarbeitern über den Weg laufen“ sagte eine Bewohnerin.

Nach dem „herzlichen“ Empfang wurde dem Eigentümer in einer kleinen Performance ein symbolischer Schlüssel überreicht, dessen Annahme er allerdings leiiider verweigerte. Den richtigen Schlüssel nahm er jedoch (leider) an, musste sich dadurch aber zumindest kurzfristig (siehe Foto) solidarisch mit dem Kampf der Bewohner_innen und Sympathisant_innen erklären. Durch den Schlüssel ist es Lippert und Wadler nun möglich jederzeit die Wohnräume der BewohnerInnen ohne Ankündigung oder deren Einwilligung zu betreten. Der Schutz der Privatsphäre und die gemeinschaftliche Wohnstruktur des Hauses wird von den Eigentümern ignoriert. Bei der anschließenden Begehung konnte sich der Eigentümer ein Bild von den Gegebenheiten innerhalb des Hauses machen. Er zeigte sich äußerst überrascht über die Lebendigkeit innerhalb des Hauses (60 Leute, sehr cool, danke dass ihr alle da ward).

Welche weiteren Schritte die Eigentümer nun unternehmen werden, war am heutigen Tage nicht zu erfahren. Es ist aber damit zu rechnen, dass sie uns so bald wie möglich rausklagen wollen. Wie schon bei vorherigen Gelegenheiten ließ sich der Eigentümer Bernd-Ulrich Lippert auf keinerlei Gesprächsangebote über die Zukunft des Hauses ein. Es inzwischen deutlich, dass die Eigentümer momentan noch nicht zu Verhandlungen bereit sind und es auf eine Konfrontation mit den Bewohner_innen und ihren Unterstützer_innen ankommen lassen wollen.

Diese Chaoten!

Das 2010 unter massivem Polizeiaufgebot geräumte Hausprojekt Brunnenstraße 183 steht zum heutigen Zeitpunkt immer noch leer und wurde mit Gewinn weiterverkauft. Der damalige Vorwand für die Räumung war der Bau von generationsübergreifenden Wohnraum und damit verbundene Arbeitsplätze. Anders gestaltete sich dies bei der Liebig 14, die Anfang 2011 gewaltsam geräumt wurde. Heute finden sich dort luxussanierte Mietwohnungen, bei denen sich die Vermietung irgendwie immer noch schwierig gestaltet.
Wir, die Bewohner_innen und Nutzer_innen der Linie206 geben jedoch nicht auf in unserem Kampf um eine langfristige Sicherung des Projektes. Wir sind bereit für das Haus einen fairen Preis zu bezahlen, aber wir sind nicht bereit für die Spekulation zu zahlen und auch nicht für ihre Rendite!

Das Spekulationsrisiko tritt ein!

KvU bleibt! Rummelplatz bleibt! LaZAD bleibt!
Und Linie206 bleibt auch!

Solidarität mit allen bedrohten Projekten in Berlin und Überall

Wir bleiben Alle!